Grund- und Werkrealschule Sulz am Neckar - Vöhringen - Empfingen

Tobias Pfau besucht Werkrealschüler

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Im Rahmen des WAG-Unterrichts an der Grund- und Werkrealschule Sulz:

„Back to the roots“: Tobias Pfau berichtet von seinen Erfahrungen auf der „Aida“

 

Erst 22 Jahre „alt“ ist Tobias Pfau, und so viel hat er schon erlebt als Schiffskoch auf einem der Luxusschiffe der Aida-Flotte. Unterwegs auf den Meeren der Welt ist er gewesen, hat gekocht für Menschen aus 26 Nationen.

Gäste, die mit einem nicht unerheblichen Anspruch auf ihrer Reise auch an die leiblichen Genüsse sich drei Mal am Tag an den gedeckten Tisch setzten. Eine Herausforderung für die Küche, in der sich der junge Mann aus Sulz-Hopfau im Laufe der Zeit auf eine ganz beträchtliche Verantwortungsebene hochgearbeitet hat.

Vor wenigen Jahren noch besuchte er  die damalige Hauptschule in Sulz, machte anschließend seine Ausbildung – und kehrte nunmehr nicht nur zum Besuch zurück an seine alte Schule. Der Grund ist schnell erzählt: Barbara Henkies, an der heutigen Grund- und Werkrealschule zuständig für den Bereich WAG, hatte über Tobias‘ Bruder Tim eben von dessen Tätigkeit und jetziger Rückkehr erfahren. Kurzerhand engagierte Frau Henkies den Schiffskoch für einen dreistündigen Unterricht.

Einmal zum Kochen – es gab ein indisches Reisgericht in drei Variationen, worauf Tobias besonderen Wert darauf legte, dass die Gewürze wie Ingwer, Lachszwiebeln, Limettenzesten und auch der Knoblauch frisch waren – und vor allem berichtete der junge Mann aus Hopfau den Achtklässlern eine ganze Menge über das Drumherum bei seinem Tun. Wenn er ihnen erzählte, dass es „fried rice with eggs and turkey breast and …“ and so on geben würde, dann deutete er damit schon mal an, dass die Sprache, mit denen er mit den Asiaten umgehen musste, englisch war. Also hatte er sein Schulenglisch aufzupolieren und anzupassen an die asiatische Art, die Weltsprache zu sprechen. „Die Herausforderungen im Beruf sind schon ganz besondere“, beschrieb Tobias Pfau seine Erfahrungen gegenüber den Werkrealschülern, die erst vor kurzem selbst bei ihrem Praktikum erstmals ins Arbeitsleben reingeschnuppert haben: „Ich musst lernen mich auf das asiatische Lebensgefühl, auf ihre Verhaltensweisen einzulassen.“ Dennoch ist es nochmals anders, auf einem Luxusschiff hineingeworfen zu sein in einen ganz und gar ungewohnten Bereich, in einer Küche mit 130 Kollegen arbeiten zu dürfen, zu müssen. Nicht ohne Stolz erwähne Tobias, dass der bekannte TV-Koch Nelson Müller auch dabei. Er wie alle anderen mussten dabei die Sicherheitsvorkehrungen beachten, die auf diesem Luxusliner gelten. Und mehr als 0,5 Prozent Alkohol geht auch nicht …

Spannende Schilderungen, dazu das feine indische Gericht: wer von den Achtklässlern während der drei Stunden aufmerksam dabei war, bekam eine ganze Menge mit vom beruflichen Leben eines jungen Mannes, der grade mal ein paar Jahre älter ist als sie selbst.

Ganz herzlich bedankte sich Barbara Henkies bei Tobias Pfau für seinen so aufschlussreichen Bericht und für das gemeinsame Zubereiten der Reispfanne. Sein Kreis schließt sich in diesen Tagen ein ganzes Stück weit: Gelernt hatte er in Kälberbronn, demnächst wird der Hopfauer im nahen Lützenhardt arbeiten – doch er will und wird ganz sicher wieder einmal auf große Tour gehen und auf den Meeren der Welt die Menschen mit feinen Speisen verköstigen.

 

 

 

Tobias Pfau freut sich, dass das indische Reisgericht den Achtklässlern mundet. Und die zuständige Lehrerin, Barbara Henkies (vorne links) hatte mit dem Besuch des Ex-Schülers einmal mehr in ihrem WAG-Unterricht einen sehr anschaulichen Akzent gesetzt.

 

 

 

Tobias Pfau berichtet über die besonderen Herausforderungen, die die Arbeit auf dem Luxusliner mit sich bringt. Wie überhaupt das Berufsleben kein Zuckerschlecken ist.