Grund- und Werkrealschule Sulz am Neckar - Vöhringen - Empfingen

Schulsport-Tag

E-Mail Drucken PDF

Sport ist sehr viel mehr:

 

Fußball, Basketball und ganz viele Denkanstöße an einem etwas anderen Unterrichtstag

 

Wer träumt nicht von einer Basketballkarriere in der berühmten NBA oder einer solchen in der Fußballbundesliga? Viele tun’s, nur wenige erreichen ihr Ziel.

Auch weil mehr dazu gehört als ein bisschen geschickt mit dem Ball umzugehen oder sich durchsetzen zu können. Viel mehr!

Dies erfuhren und erlebten 25 Acht-, Neunt- und Zehntklässler aus der Grund- und Werkrealschule Sulz sowie die zehn Schüler der Realschule, die sich sechs Stunden lang in die Obhut von Harald Schumacher vom „Champions-Park“ und des 2,04 Meter Hünen Jurica Zelic gegeben hatten: Sie brachten ihnen Tricks bei, zeigten den Schülern Trainingsmethoden, die es galt nachzuvollziehen. Eine Tortur, die sich lohnte. Einmal körperlich, dann aber war auch manch Nachdenkliches dabei.

Denn das gesamte Unterfangen hat einen ganz besonderen Zweck: Mit dem Projekt „Kinder von der Straße“ soll der gesamtheitliche Aspekt des Menschen angesprochen werden, soll Sport und Alltagsleben verbunden werden.

Bettina Wiebe, engagierte Sportlehrerin an der Sulzer Grund- und Werkrealschule Sulz, hatte sofort zugegriffen, als ihr Rektorin Monika Schneider das Angebot dieser ganztägigen, so besonderen Möglichkeit zeigte: keinen „normalen“ Unterricht für interessierte Schüler und Schülerinnen (ja, auch einige Mädchen nahmen dann daran teil), dafür aber bis in den Nachmittag hinein in der Stadionhalle sich sportlich betätigen zu dürfen. Mit der Einladung an die Lina-Hänle-Realschule, auch einigen ihrer Schüler die Teilnahme zu ermöglichen, setzte Bettina Wiebe dabei die Kooperation zwischen den beiden benachbarten Schulen fort.

Und die Schüler staunten nicht schlecht: einmal wie der 31-Jährige Jurica Zelic mit dem Ball zauberte, sie mit einbezog in die Spielzüge, sie ganz schön forderte. Wie in der anderen Hälfte der Halle Harald Schumacher Schüler beim Fußballtraining ganz schön forderte. Bevor zum Schluss ein Turnier diesen außergewöhnlichen Tag abrundete, erfuhren die Schüler von den beiden „Experten“ eine ganze Menge, was über das Sportliche hinaus wichtig ist, was sogar genau die gleiche Wertigkeit hat wie das spielerische Können.

Ich habe vieles erlebt beim Basketball und auch sonst in meinem Leben, Probleme und wie man sie bewältigt, Höhen und Tiefen“, beschrieb der Kroate seinen Werdegang, der mal schon Bundesligaluft geschnuppert hat und heute in Haiterbach in der zweiten Regionalliga Südwest spielt.

Der Sport hat ihm viel gegeben: so den gemeinsamen Kampf mit seiner jeweiligen Mannschaft um den Sieg, Teamgeist wurde entwickelt, die Persönlichkeit des Menschen wird in der sportlichen Betätigung herausgebildet, der Willen sich durchzusetzen, auch der zum fairen Verhalten. Die Selbstständigkeit des Jugendlichen oder jungen Erwachsenen wird gestärkt – und der notwendige Respekt vor den Mitspielern wie vor denen anderer Mannschaften.

Neben der Persönlichkeitsentwicklung steht die berufliche Entwicklung an ganz wichtiger Stelle: „Jeder Nachwuchsspieler beim VfB Stuttgart muss auch seine schulischen Leistungen erbringen“, berichtete Harald Schumacher. Diese Förderung ist genauso wichtig wie die Beherrschung des Fuß- oder auch des Basketballs.

Die Förderung des Sports als Weg der charakterlichen Bildung – so sagt es der langjährige Leiter der Eliteschule in Salem, Bernhard Bueb. So oder so ähnlich formulierten auch Harald Schumacher und Jurica Zelic das Ziel, auf das sie die 35 Schüler in der Sulzer Stadionhalle sechs Stunden lang aufmerksam machen wollten.

Nahezu einen ganzen Tag lang, auch als die Klassenkameraden längst wieder zu Hause (vor dem Computer?) waren. Und was nicht möglich gewesen wäre ohne die Sponsoren, die diese „Lehrstunden“ erst ermöglicht haben.

 

Ganz umsonst und sehr gerne gab’s auch Autogramme: auch für die Schüler, die spürten, dass „da drüben“ in der Stadionhalle etwas Besonderes im Gang war. Und die mit großen Augen an dem 2,04-Meter-Mann hochschauten, der ohne Sport sicherlich nicht die Persönlichkeit geworden wäre als die er sich an diesem Tag den Sulzer Schülern präsentierte.